Über die Arbeit in unserer Praxis

Was macht eigentlich ein Kinder- und Jugendpsychiater bzw. Kinder- und Jugendpsychotherapeut?

(von Klaus-Dieter Grothe)

Das werden sich die meisten fragen, die auf mich bzw. meine Praxis aufmerksam gemacht worden sind bzw. von ihrem Haus- oder Kinderarzt, Lehrer oder auch Bekannten zu uns geschickt worden sind. Ich möchte Ihnen hier etwas näher erläutern, womit wir uns beschäftigen und wie wir Ihrem Kind und Ihnen weiterhelfen können.

Unsere Praxis beschäftigt sich mit allen psychischen und psychosomatischen Störungen im Kindes- und Jugendalter.
(In diesem Altersbereich arbeite ich persönlich und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daneben betreue ich auch noch in Einzelfällen erwachsene Patienten psychotherapeutisch.)

Wir beschäftigen uns u.a. mit:

  • Verhaltens- und Entwicklungsstörungen im Vorschulalter
  • Teilleistungsstörungen: Lese-Rechtschreib-Störung, Rechenstörung (Dyskalkulie)
  • Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)
  • Angststörungen, Depressionen
  • Eßstörungen: Magersucht (Anorexie) und Bulimie
  • Autismus
  • Zwangsstörungen
  • Tic-Erkrankungen
  • posttraumatischen Belastungsstörungen

und allen anderen seelischen Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten können.

Teamarbeit

Das Besondere an der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist, dass wir bei seelischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen auch immer die körperlich-biologische Entwicklung mit betrachten und in Erwägung ziehen, genauso wie wir bei Entwicklungsstörungen auch immer die seelische Entwicklung und die soziale und familiäre Umgebung mit in unserer Erwägungen einbeziehen und unsere Therapie darauf abstimmen. Weil wir versuchen, die kindliche Entwicklung immer von mehreren Seiten aus zu betrachten, arbeiten wir auch in einem Team, das aus mehreren Berufen und Qualifikationen zusammengesetzt ist. Ich bin zwar der ärztliche Praxisleiter, aber in meiner Diagnose und Therapieempfehlung stimme ich mich mit den anderen Mitgliedern des Teams ab. Deren Qualifikationen entstammen dem psychologischen, heil- und sozialpädagogischen Bereich und alle haben eine zusätzliche kinder- und/oder familientherapeutische Weiterbildung.

Beispiel: Kind im Grundschulalter

Ich möchte versuchen, unser Vorgehen an einem Beispiel deutlich zu machen: häufig werden uns Kinder, meist im Grundschulalter, vorgestellt, deren Schulleistungen nicht den Erwartungen entsprechen und sich betroffenes Kind, Schule und Elternhaus fragen, welche Ursache dies hat. Die Ursachen dafür können vielfältig sein: emotionale Störungen wie Ängste und Depression, familiäre Belastungen und Sorgen, Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität (ADHS), Teilleistungsstörungen (spezifische Rechenstörung, Lese-Rechtschreib-Störung), Minderbegabung, falsche Schulform, körperliche Einschränkungen (hören, sehen!) usw. Aus diesem Grund muss auch unsere Diagnostik, d.h. die Feststellung, welches Problem vorliegt, die verschiedenen Ebenen der kindlichen Entwicklung mit einbeziehen: wir müssen die körperliche, die seelische, die soziale Entwicklung des Kindes kennenlernen, sein Lernvermögen und seine Lernschwächen erforschen und uns einen Einblick in die schulische, familiäre und soziale Umgebung des Kindes verschaffen. Das bedeutet, dass wir die Kenntnisse und Erfahrungen der Medizin, der Psychologie, der Psychotherapie, der Familientherapie und der Sozialwissenschaften in unser Verständnis mit einbeziehen müssen. Erst wenn das alles geschehen ist, können wir sagen, welches Grundproblem vorliegt und welche Therapie wir vorschlagen.

Jugendliche

Aber dies ist nur ein Beispiel für die Probleme, mit denen wir uns beschäftigen. Natürlich ist ein ähnliches Vorgehen auch wichtig bei Krisen und Reifungsstörungen im Jugendalter, z.B. auch bei der Behandlung der Anorexie (Magersucht). An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es für Mädchen auch möglich ist, ein erstes Gespräch mit einer weiblichen Mitarbeiterin zu führen.

Behandlungsmöglichkeiten

Im therapeutischen Bereich liegt unser Schwerpunkt auf dem psychotherapeutischen Vorgehen, aber auch die medikamentöse Behandlung und die Zuweisung zu funktionalen Trainings der Ergotherapie und Logopädie wird bei uns nicht vernachlässigt, sondern erhält nach gründlicher Diagnosestellung ihren je eigenen Stellenwert.

Im Bereich der psychotherapeutischen Verfahren bieten wir an: analytisch-interaktionelle und tiefenpsychologisch fundierte Einzelpsychotherapie bei Jugendlichen; tiefenpsychologisch fundierte Spieltherapie mit Kindern; analytisch-systemische Familientherapie; Verhaltenstherapie; Gesprächstherapie; Musiktherapie; Psychodrama und Rollenspiel; Mal- und Gestaltungstherapie. Wir versuchen bei der Vielfalt der Ansätze in unserem Team für jedes Kind, jede/n Jugendliche/n, jede Familie einen passenden Zugang zu finden.

Ich hoffe, Ihnen ist nun etwas klarer geworden, wie wir arbeiten. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie ruhig an oder schreiben Sie mir eine Mail.

Klaus-Dieter Grothe